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Bücherwurm 1966 vom 15.01.2017:
 
Zu diesem Buch gehört tatsächlich Stärke und Mut, 15. Januar 2017
 
Lange Zeit hatte ich das Taschenbuch, welches ich signiert vom Autor erworben hatte, im Regal stehen. Ich ahnte wohl unterbewusst, dass es ein Buch ist, welches unter die Haut geht.
 
Der Roman lässt uns Einblick in eine Zeit nehmen, in der alte "Werte" bestimmend waren, die es heutzutage Gott sei dank nicht mehr gibt. Junge, ledige Mütter hatten es schwer, wurden beschimpft, fallen gelassen und mussten sich allein durchkämpfen. Nicht selten blieb ihnen nur der Ausweg, wie auch hier in dem Roman, ihr Kind in ein Heim zu geben, in der Hoffnung, ihm dadurch ein besseres Leben zu ermöglichen.
 
Schockiert erlebt man die Kindheit von Michael mit, dem genau das passiert war. Das Leben im Kinderheim, ohne Gefühle und eine liebende Bezugsperson, muss unwahrscheinlich schwer gewesen sein. Schlimmer noch, es vermittelte dem Kind die Botschaft, ich bin es nicht wert, geliebt zu werden. Als er endlich von Pflegeeltern aufgenommen wird, hofft man für Michael, dass er in ein liebevolles und wegweisendes Elternhaus kommt. Doch was sich dann in all den Jahren abspielt, ist erschreckend und lässt einen oftmals nur mit dem Kopf schütteln. Die Erniedrigungen, psychische und physische Gewalt, der Michael ausgesetzt wird, sind kaum in Worte zu fassen und noch weniger zu begreifen.
Mit Fassungslosigkeit liest man, dass der Beistand des Jugendamtes nur auf dem Papier bestand und aus Bequemlichkeit, die Augen vor dem Offensichtlichen verschlossen wurden. Von keiner Seite konnte er Hilfe erwarten und zog sich immer mehr zurück.
 
Ich bin beeindruckt, dass Michael, trotz seiner schlimmen Erfahrungen, für sich einen Weg gefunden hat, der ihm letztendlich zu einem normalen Leben verholfen hat. Dazu gehörte tatsächlich Stärke und Mut. Und ich bin mir sicher, nur aufgrund dieser beiden Eigenschaften, konnte er durch seine Kindheit und Jugend kommen und seine Menschlichkeit und sein gutes Herz bewahren.
 
Dieses Buch ist eine Biografie des Autors, in der er versucht, seine Erlebnisse zu verarbeiten. Wie er selbst schreibt, sind einige Teile seiner Fantasie entsprungen. Welche, wird dem Leser nicht mitgeteilt, aber wahrscheinlich half ihm auch dieser Teil, bei der Vergangenheitsbewältigung. Vielleicht handelt es sich um Wunschantworten, die er von den leiblichen Eltern und seinen Pflegeltern nie erhalten hatte. Ich selbst hatte nie den Eindruck, dass hier etwas "erfunden" war. Alles hatte sich perfekt ins Gesamtwerk gefügt. Und ich denke, der Autor hatte sicher seine guten Gründe, Realität und Fiction miteinander verschmelzen zu lassen.
 
Ein Rezensent schreibt, dass eine zarte Liebesgeschichte zu detailliert und pornografisch dargestellt wurde. Dem kann ich nicht zustimmen. Hier wurde ein gesundes Maß gewählt, um die Gefühle authentisch darzustellen, ohne zu übertreiben oder gar im sprachlichen Gebrauch abzurutschen.
 
Obwohl das Werk von Verlagsseite schlecht lektoriert wurde, gebe ich volle 5 Sterne. Für mich zählt hier einzig und allein die Geschichte und der Mut und die Stärke, sein Leben zu veröffentlichen.
 
Ich wünsche dem Autor weiterhin alles Gute und bin schon gespannt auf die Fortsetzung.
 
 
 
Von Neal Sky 2016

Ich hatte das Glück, den Autor bei einer Lesung kennenzulernen, die der Franzius-Verlag organisiert hatte. Ich war zunächst skeptisch, denn das Buch klingt nach schwerer Kost, vor allem vor dem Hintergrund, dass es größtenteils auf tatsächlich Erlebtem basiert. Aber die (sehr gut!) vorgelesenen Passagen machten Appetit auf mehr und so kaufte ich das Buch. Ich hatte so eine sichere Ahnung, es würde gut werden. 

Ein paar Jahre liegen zwischen uns, aber die 60er hab ich als Kind ja auch noch miterlebt, so dass ich die Zeit gut nachempfinden konnte. Was ich dann las, war einerseits beklemmend, weil es sehr persönlich ist, andererseits, wenn man es einfach mal als Buch betrachtet, ist es von der ersten Seite an spannend erzählt und von einer gnadenlosen Authentizität, dass man einfach wissen will, was aus Michael wird und schlichtweg weiterlesen muss. Man leidet mit ihm mit und ist so nah dran, als würde einem an ruhigen Abend bei einem Glas Wein die Lebensgeschichte eines Freundes erzählt und man vergisst die Zeit.
Ein Buch, das berührt und das zum Nachdenken anregt und das ich nur wärmstens empfehlen kann.
Es wird für mich eines der persönlichsten Bücher bleiben, die ich je gelesen habe.

 
 
Von Andree am 26.06.2016
Stärke und Mut
Sehr trauriger Lebenslauf eines Kindes ,das sich trotz der grausamen Pflegemutter noch zu einem guten Buerger entwickelt hat. Schoen zu lesen !!
 
 
Von Monika Kresse am 11.06.2016
Stark und Mutig
Starkes Buch, sehr gut geschrieben, gefühlvoll und spannend zugleich. Mutig, wer sein Schicksal so annehmen und schildern kann. Ausdrückliche Leseempfehlung
 
 
 
Von Tanja am 01.06.2016
Tolles Buch
Michael wird aus wirtschaftlicher Not von seiner Mutter im Kinderheim abgegeben. Er hat eine sehr schwere Kindheit.
Nach einigen Jahren im Heim kommt Michael dann zu einer Pflegefamilie, aber auch da wird sein Leben nicht besser. Seine Pflegeeltern sind nicht das was sich ein Kind wünscht! Er muss sehr viel einstecken und über sich ergehen lassen!
Ein sehr emotionales und bewegendes Buch. Das Thema ist schwer zu verdauen. Michaels leben wird sehr anschaulich beschrieben. Man denkt man steckt mitten drin. Das hat mir sehr gut gefallen.
Außerdem mochte ich den Schreibstil und des Autoren. Man konnte das Buch flüssig und verständlich lesen.

Frank Bergman hat einen wunderbaren autobiografischen Roman geschrieben! Mich hat dieses Buch sehr berührt, und kann es nur weiter empfehlen
 
 
Von Susanna am 17.05.2016
Zart besaitet
Zart besaitet
Menschen sind zart besaitet! Bücher doch nicht!
Und ob Bücher das sein können!
Frank Bergmann, der Schöpfer seines autobiographischen Romans hat es tatsächlich geschafft uns mit jedem Buchstaben, jeder Seite seines Buches ein perfektes Portrait über sich zu zeichnen.
Was man fühlend klar sieht ist das feine Gesicht eines Menschen, dessen Züge geprägt ja fast schon eingraviert wurden von den harten Schlägen seines Schicksals. Zu diesem Gesicht gehört der Name Michael.
Michael, ein Mensch der als Säugling von der eigenen Mutter in ein Pflegeheim gebracht wurde um dann Jahre später bei einer Pflegefamilie landen zu können. Michael, ein Mensch, der das Leben bei dieser Familie mit enormer innerer Stärke überlebt hat.
Die Buchstaben und Wörter des Buches lassen sich leicht lesen. Doch der Inhalt nicht! 
 
Wem würde ich dieses Buch empfehlen?

1.) In erster Linie Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleben müssten. Denn diese können sich aus diesem Buch, aus dieser Geschichte Mut anlesen! Diese Geschichte zeigt, dass es einen Ausweg, ein Zusammenleben mit der Vergangenheit geben kann.
2.) Dann würde ich das Buch Menschen empfehlen, die eigentlich gar kein, von den schmerzvollen Gravur"künsten" des Schicksals bedrohtes Leben haben, sich aber gern ein solches einbilden.
3.) Und ich würde dieses Buch allen Menschen, die in einem therapeutischen Bereich tätig sind, ans Herz legen.
 
 
Von Marita aus Münster am 07.04.2016
Emotionales Erstlingswerk
Michael wurde als Baby von seiner Mutter in einem Kinderheim abgegeben. Seine leiblichen Eltern waren nicht verheiratet ;der Vater zur damaligen Zeit mit 18 Jahren nicht volljährig. Später wurde Michael von Pflegeeltern aufgenommen. Die Pflegemutter völlig überfordert und der Pflegevater nicht in der Lage sich durch zu setzten. Michael war von Babybeinen an körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt.

Meine Meinung :

Der biografische Roman, Erstlingswerk des Autor's , hat einen interessanten und gut zu lesenden Schreibstil. Er ist in Prolog, Epilog und jährlichen Kapiteln und diese in kurzen Absätzen unterteilt. Dadurch kann man das Buch auch mal aus der Hand legen und kommt trotzdem gut wieder hinein. Frank Bergmann schildert darin sehr anschaulich und authentisch auch die damalige Sichtweise zu einem uneheliche Kind in den sechziger Jahren. Michael's Leben im Kinderheim war schon nicht einfach. Die Hoffnung das es durch die Pflegeeltern besser wird, wurde mir als Leserin schnell geraubt.

Die Protagonisten, aber auch die Schauplätze sind hier sehr anschaulich dargestellt, sodass ich immer wieder das Gefühl hatte dem Autor über die Schulter zu schauen.
Die Schichtweise wechselt zwischen Michael's Leben und den Leben seiner leiblichen Eltern. Der Wechsel ist gut und unmissverständlich zu erkennen und zeigt die Gefühle und Problem auf beiden Seiten auf.

Der Inhalt hat mich sehr emotional , stellenweise mehr als traurig und kopfschüttelnd, fassungslos und dann wieder freudig Achterbahn fahren lassen.
Durch das Wissen das Frank Bergmann in diesem biografische Roman über sein Leben schreibt hat mich wahrlich berührt.

Fazit :
"Stärke und Mut " von Frank Bergmann in 415 Seiten gibt es als E-Book und Printexemplar und wird vom Franzius - Verlag veröffentlicht.
Durch den Schreibstil und Inhalt führt uns der Schriftsteller nicht nur durch seine Kindheit. Das Buch ist gut durchstruktuiert, sehr berührend und emotional keine leichte Kost. Es ist ein Buch für junge und ältere Erwachsene gleichermaßen.
Nicht nur für Fans Biografischer Romane kann ich dieses Buch nur empfehlen. Für mich ein Werk das unbedingt gelesen werden muss und 5 von 5 Punkt eigentlich zu wenig sind.
 
 
 
Von Iris aus Dortmund am 21.02.2016
Stärke und Mut - selbst in unserem "normalen" Leben nicht immer leicht!
Ein gefühlvolles, emotionales, Gänsehaut hervorrufendes, fesselndes Buch, in dem es dem Autor gelungen ist, nicht nur sein teilweise sehr brutales Erleben im Kinderheim und bei Pflegeeltern aufzuarbeiten, sondern trotz - oder gerade aufgrund - seiner Geschichte anderen Mut und Stärke zu vermitteln.
NICHT AUFGEBEN, auch wenn einem selbst nicht klar ist, warum Ungerechtigkeiten und körperliche Gewalt geschehen. Er beschreibt Michael als einen Menschen, der eine unglaublich starke Persönlichkeit hat, sich selbst immer wieder in Frage stellt, sich Ziele setzt und Ungerechtigkeiten nicht akzeptiert, nur weil sie "normal" erscheinen.

Frank Bergmann schreibt gefühlvoll und mitreißend in dem Bemühen um Verstehen - die Frage nach dem Warum....

Er vermittelt Hoffnung - man kann zerbrechen, aber man kann alles verändern, wenn man die Angst überwindet!
Er vermittelt Zuversicht, trotz ener brutalen harten Lelbens ohne Nähe Vertrauen zu lernen und Nähe zuzulassen
Er vermittelt den Glauben, dass alles möglich ist, wenn man es nur will.
Er vermittelt die Gewissheit, alles hinter sich lassen zu können.

Ein bewegendes bemerkenswertes Buch - das mich nicht nur sehr berührt hat. Es lässt mich den Autor mit großem Respekt und mit Hochachtung betrachten. Es ist ihm gelungen, nach diesem sehr harten Leben - auch durch eine starke Persönlichkeit und viel Arbeit - letztlich zu einem liebevollen, warmherzigen und vertrauensvollen Menschen zu werden, der das Leben (vielleicht gerade deshalb) genießen kann.

Eine autentische empfehlenswerte Zeitreise durch ein Leben, das uns selbst dankbar für das eigene Leben werden lässt.

Der Autor macht neugierig auf weitere Werke.....

Lesenswert!
 
 
 
Von Manuela Babel am 08.02.2016
Wieviel kann ein Mensch ertragen?
Dies fragte ich mich unaufhörlich beim lesen dieses Buches. Aber auch, wie unfassbar stark und mutig kann man sein?
Authentisch ergreifend geschrieben, großes Lob dem Autoren :-) Verdiente 5 Sterne wert
 
 
 
Von Anastasia am 03.01.2016
Beeindruckend
Ich bin durch eine Rezension auf dieses Buch aufmerksam geworden, habe es vorgestern gekauft, gestern abend damit angefangen und über Nacht bis heute morgen durchgelesen. Wenn mich eine Geschichte fesselt, dann lege ich das Buch (in diesem Fall den Kindle) nicht mehr aus der Hand - und diese Geschichte hat mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen. Einige Situationen konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Ein beeindruckender Erstling list Frank Bergman mit diesem autobiografischen Roman gelungen, der trotz einiger Wortstolperer sprachlich sehr gekonnt und authentisch wirkt. Die besten Geschichten schreibt nunmal das Leben, auch wenn es schmerzhaft ist. Die Seele des Jungen ist in jeder Zeile spürbar und ich kann mir gut vorstellen, dass die Arbeit an dem Buch für den Erwachsenen eine Befreiung war.

Überzeugend auch der literarische Kniff mit der getrennten Sichtweise, die dem Leser in loser zeitlicher Abfolge die Beweggründe der leiblichen Eltern nahebringt und den gefühlten Widerspruch zur realen kindlichen Welt der Ersatzfamilie überdeutlich aufzeigt. Erkenntnis: Jeder findet trotz oder gerade wegen widriger Umstände seinen Platz im Leben und kann es schaffen, aus den positiven Momenten Kraft zu schöpfen, denn das macht das Menschsein aus.

Ich bedanke mich für die tiefen Einblicke und beglückwünsche den Autor zu seinem Mut.

Viele Grüße, Claudia (ich krieg das Pseudonym da oben nicht weg)
 
 
Von Eve am 01.01.2016
Gefühlvoller geht es nicht
Was will man über dieses Buch groß sagen...
Es ist großartig!

Ich habe geweint, gelächelt und es hat mir sehr viel mitgegeben. Es ist mit Abstand das Bewegendste, was ich seit einiger Zeit gelesen habe. Der authentische, anregende Schreibstil von Frank Bergmann ist außergewöhnlich. Mich hat die Geschichte in einen Bann gezogen, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich musste einfach wissen, wie es mit Michael weitergeht und was er aus der ganzen Geschichte mitnimmt.
Ich bin niemand, der etwas vorweg verrät, weil sich jeder selbst in die Geschichte einfinden soll, aber eines möchte ich sagen: Für mich ist er ein Held! Das nächste Buch von Frank Bergmann werde ich ganz sicher auch lesen. Dennoch glaube ich, dass "Stärke und Mut" schon jetzt ein Meisterwerk ist!
 
 
Von Galsan Tschinag am 28.12.2015
Mut tut gut
Das Buch erzählt die Geschichte von Michael der als kleines Kind in ein Kinderheim von seiner Mutter aus wirtschaftlicher Not abgegeben wurde und was dann im Kinderheim und bei seinen späteren Stiefeltern alles mit ihm passierte. Die Stiefmutter völlig überfordert, von Verlustängsten geplagt und mit einer befremdlichen Erziehungsansicht versehen, versündigt sich tagtäglich an dem wehrlosen Michael. Der Stiefvater ahnungslos und desinteressiert. Das Jugendamt und das nähere Umfeld schauen weg...
Aber Michael wächst im Laufe der Jahre zeigt immer mehr Stärke, kann sich behaupten, geht seinen Weg und hat die Chance Frieden zu stiften in dem er auf seine Innere Stimme hört.

Der Autor Frank Bergmann schildert in diesem Buch zum großen Teil sein wirkliches Leben, seine Verletzungen, sein tiefen Ängste und seinen Schutzmechanismus, wenn er den Gewaltanwendungen schutzlos ausgeliefert war.

Ein berührender Roman. Es ist unglaublich wie sich erwachsene Menschen in diesem oder anderen Fällen an Kindern so versündigen und deren Leben nachhaltig negativ beeinflussen. Das braucht man Stärke und Mut sich aus diesem emotionalen Loch und von den immer wieder auftretenden Ängsten zu befreien. Mein Respekt gilt dem Autor seine Geschichte in dieser Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
 
 
Von Ellie am 08.11.2015
Trauriges, fesselndes Buch
Ich habe diesen Roman in die Hand genommen und konnte ihn nicht wieder weglegen! Man leidet mit dem kleinen Michael, ist traurig über sein Schicksal und wünscht sich einfach nur, dass plötzlich alles gut wird. Toll geschrieben!
 
 
Von Elke am 27.10.2015
Fesselnd und ermutigend
Der biografisch inspirierte Roman 'Stärke und Mut' ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden und feinfühliges Psychogramm eines jungen Mannes vor dem Hintergrund 60er und 70er Jahre. Es ist ' abgesehen von einer kleinen Märchen-Erzählung ' das Erstlingswerk von Frank Bergmann.

Der Junge Michael hat keinen wirklich guten Start ins Leben: Von seiner ledigen, mittellosen Mutter wurde er ein halbes Jahr nach seiner Geburt 1960 in ein Hamburger Kinderheim gegeben. Der energische kleine Junge erkämpft sich dort zwischen all den anderen Kindern einen Platz, ohne dass er je erfährt, was Eltern wirklich sind: Er ist einer der wenigen, der nie besucht oder auch nur für ein Wochenende geholt wird. Im Alter von 5 Jahren jedoch scheint sich sein Schicksal zu wenden, er wird von einem kinderlosen Ehepaar in Pflege genommen und wächst bei ihnen ' äußerlich behütet ' auf. Zunächst Mittelpunkt und ganzer Stolz der Familie zeigt sich aber bald, dass die Mutter überfordert und zunehmend gewalttätig und der Vater gleichgültig und desinteressiert ist. Michael, oft sich selbst überlassen und verwirrt, übersteht Kindheit und Jugend in den 60er und 70er Jahren mit der ihm eigenen Stärke. Er hält Übergriffe aus und verbirgt seine Gefühle, um seine Angst zu überstehen und zu überleben und hat den Mut, sich selbst nie aufzugeben.

Raffiniert ranken sich zudem Einblicke in das Leben der beiden leiblichen Eltern und deren Entscheidung, ihr Baby in ein Heim zu geben und nie Kontakt zu suchen, um den Haupterzählstrang.

Lebhaft, einfühlsam und mitunter durchaus heiter und humorvoll entwickelt Bergmann das Psychogramm eines jungen Menschen. Seine Eigenschaften und Fähigkeiten, seine inneren Konflikte und seine Freuden werden vor dem Hintergrund der kargen und düsteren, emotional unterkühlten Zeit mit seiner feindseligen (Heim-)Erziehung und der deutschen Nachkriegspädagogik lebendig.

'Stärke und Mut' ist aufgrund der Gewalterfahrungen eines Kindes kein leichtes Buch. Die Sprache mit viel authentischer wörtlicher Rede ohne überbordende Beschreibungen, die flüssige Erzählweise der Handlung, vor allem aber die durchgehend spürbare Herzenswärme und der stille Optimismus fesseln bis zum Schluss, lassen einen das Buch kaum aus der Hand legen ' und machen neugierig auf Michaels weiteren Weg.
Ein spannendes Buch für alle, die sich selbst noch an diese Zeiten zurückerinnern ' aber auch für alle, die sich für die emotional oft schwierige Lage der Menschen vom späten Nachkriegsdeutschland bis in die 80er Jahre interessieren.
 
 
Von Kristina Romanowski am 25.10.2015
Klasse Biografie
 Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen und die Beschreibung klang sehr interessant, genau das was ich gerne lese, dachte ich. Und so war es auch. Innerhalb von 3 tagen habe ich das Buch durchgelesen. Eine sehr emotionale und spannende Biografie. Es zeigt einen kleinen Jungen, der von seiner Mutter, ohne in Absprache mit seinem Vater, in ein Heim gegeben wird.

Einige Zeit später kommt er in eine Pflegefamilie. Er bestreitet mutig und tapfer sein erwachsen werden. Die erste große Liebe. Das Treffen mit der leiblichen Mutter. Den Weg, zu sich selbst zu finden.

Aber eine Kritik muss ich anbringen. Es sind wirklich viele Rechtschreibfehler in dem Buch. Bei 25 hab ich aufgehört zu zählen.

Trotzdem lohnt es sich diese Biografie zu lesen. Also: sehr empfehlenswert!