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Vorläufiger Klappentext

Vier Männer, vier Freunde, ein Problem.

 

Andy, Softwareentwickler und frischgebackener Single träumt von einer festen Beziehung. Doch wie soll das gehen, wenn er sich tagsüber hinter dem PC versteckt und abends seine DVD-Sammlung rauf- und runterguckt?

Dirk, Arzt, verheiratet, mit eigener Praxis, zwei Kindern, einem Hund und einem Haus. Also alles gut! So scheint es jedenfalls.

Chris, Tiefbauarbeiter und Fußballtrainer der Altherrenmannschaft ist überzeugter Single. Oder etwa nicht?

Eddy, Textilverkäufer und schwul, träumt von der großen Liebe. Aber es will einfach nicht funktionieren

 

Die vier grundverschiedenen Männer sind seit der Grundschule miteinander befreundet und haben alle das gleiche Problem: Sie können keine Beziehungen. Aus völlig unterschiedlichen Gründen…

 

Diese Geschichte gewährt einen humoristischen Blick in die zarten Seelen des starken Geschlechts.

  

Leseprobe

 

 Prolog

 

Meinen Sitzplatz im Eiscafé hatte ich mir mit Bedacht ausgesucht, sodass ich die Eingangstür im Blick hatte. Niemand, aber auch wirklich niemand konnte hereinkommen, ohne dass ich es bemerkt hätte. Immer wieder ging mein Blick zur Eingangstür und erwartete eine schlanke Frau Mitte dreißig mit langen blonden Haaren. Meiner Natur entsprechend war ich überpünktlich. Genau genommen fast eine Stunde zu früh, denn schließlich wollte ich einen guten Eindruck machen und nicht gleich bei unserem ersten Date zu spät kommen. Sie dagegen schien es mit der Pünktlichkeit nicht so genau zu nehmen. Ich schielte von meinem historischen Roman, unserem Erkennungszeichen, auf mein Handy, das empfangsbereit auf dem Tisch lag. Zehn Minuten über die Zeit und keine Nachricht. Kein „Sorry, ich stehe im Stau“ oder „Die U-Bahn ist entgleist.“ Nichts.

Schließlich begann ich etwas, das ich unbedingt vermeiden wollte: Ich begann tatsächlich zu lesen und vergaß die Tür zu überwachen.

„Noch einen Cappuccino?“

Ich schreckte auf und sah der Bedienung in ihre dunklen Augen, die mir die Sprache verschlugen. Ihre langen dunklen Haare waren zu einem Zopf zusammengebunden und ihre Lippen in einem dezenten Rot geschminkt. Ein schwarzes T-Shirt mit einem V-Ausschnitt und ein mittellanger schwarzer Rock betonten ihre mehr als weibliche Figur.

Genau mein Beuteschema, fuhr es mir durch den Kopf.

Ich hatte bereits drei Cappuccino, und damit genug Koffein für eine schlaflose Nacht intus, doch ihr Blick und ihr Lächeln ließen mir keine andere Wahl.

„Ja, gerne“, antwortete ich und lächelte zurück.

Sie schwebte davon und ich sah meinem Beuteschema schmachtend hinterher, als das Pling meines Handys meine Aufmerksamkeit forderte.

„Ich verspäte mich etwas. Habe Geduld. In zehn Minuten bin ich da *Zwinkersmiley*“, las ich.

„Etwas ist gut“, brummelte ich, denn immerhin war mein Date bereits eine halbe Stunde über der Zeit. Ich überlegte kurz, ob ich gehen sollte, beschloss dann aber doch, ihr eine Karenz von einer Cappuccinolänge zu geben und widmete mich wieder meinem Buch.

 

„Bist du Fury?“, säuselte plötzlich eine Frauenstimme und katapultierte mich aus dem Mittelalter zurück in die Gegenwart. Noch etwas desorientiert sah ich in die blauen Augen einer kleinen, pummeligen Frau mit kurzen schwarzen Haaren. Sie zog ihre Jacke aus, hängte sie über den Stuhl und setzte sich mir gegenüber.

„Ich bin Rose79“, stellte sie sich vor und reichte mir strahlend ihre Hand über den Tisch.

„Äh … Ja“, stammelte ich und nahm ihre Hand.

Im Geist gingen mir noch einmal die Fotos des Profils von Rose79 durch den Kopf, die mir sehr präsent geblieben waren, obwohl ich mit einigen Frauen auf diesem Datingportal geschrieben hatte. Sie zeigten eine schlanke, sportliche Frau mit langen blonden Haaren, doch diese Rose79 war das totale Gegenteil davon.

Ich schielte in meine Cappuccinotasse. Sie war halbleer oder – in diesem Fall – halbvoll. Am liebsten hätte ich meine Rechnung bezahlt und wäre schreiend aus dem Café gerannt, doch ich presste die Lippen zusammen und starrte das totale Gegenteil meiner optischen Erwartungen an. Sie dagegen strahlte über das ganze Gesicht.

„Das ist ja schön, dass wir uns endlich mal persönlich treffen“, flötete sie. „Wo wir doch schon so nett telefoniert haben.“

„Ja, sehr schön“, presste ich heraus. „Aber irgendwie habe ich jemand anderes erwartet.“

„Überraschung“, rief sie und winkte mein Beuteschema zu sich.

„Ich hätte gern einen Latte Macchiato und einen Erdbeerbecher mit extra Sahne.“

„Extra Sahne?“, fragte ich und scannte unwillkürlich ihre üppigen Rundungen.

„Auf einem Bein kann man nicht stehen.“ Sie lachte und warf ihren Kopf in den Nacken.

„Aha … Ach so. Wenn du meinst.“

„Wir haben uns ja noch gar nicht vorgestellt“, flötete sie. „Ich heiße Andrea.“ Erneut reichte sie mir ihre Hand, die ich mechanisch noch einmal drückte.

„Andreas.“

„Ach, das ist ja süß“, rief sie. „Andrea und Andreas.“

Ja, sehr witzig, dachte ich. Unwillkürlich wanderte mein Blick zur Ausgangstür. Der Fluchtweg wäre frei.

Die Bedienung brachte Andrea den Latte Macchiato und das Erdbeereis, das sich irgendwo unter dem Berg Sahne befinden musste, und zwinkerte mir zu. Ich sah ihr tief in die Augen. Augenblicklich wurde mir heiß und ich hatte das Gefühl, mein Gesicht leuchtete in einem strahlenden Rot.

„Die ist niedlich, oder?“, weckte mich Andrea aus meinem Tagtraum.

„Oh ja“, schoss es aus meinem Mund.

Andrea löffelte ihr Eis und betrachtete mich eine Weile mit einem Blick, der mich unangenehm berührte.

„Du kannst ruhig gehen, wenn du möchtest“, sagte sie schließlich. „Du musst nicht aus Höflichkeit bei mir bleiben.“

„Was? Wie?“, stammelte ich. „Nein … Ist schon okay.“

Sie lachte. „Ach komm. Ich merke doch, dass es dir unangenehm ist. Ich bin öfter alleine im Eiscafé. Das macht mir nichts aus.“

„Du gehst alleine ins Eiscafé? Warum?“

Sie zuckte mit den Schultern und schob sich einen Löffel Sahne in den Mund.

„Ach, weißt du“, sagte sie. „Du hast es schon viel länger ausgehalten, als die meisten anderen Männer. In der Regel bezahlen sie sofort und sind schon nach dem ersten Hallo verschwunden.“

Ich legte meine Arme auf den Tisch und beugte mich zu ihr.

„Vielleicht solltest du es mal mit ehrlichen Bildern versuchen. Hast du dein Profilbild aus dem Internet?“

„Die sind klasse, nicht?“, antwortete sie strahlend. „Das ist Lena, meine Freundin. Sie modelt ab und zu.“ Sie sah auf ihre Armbanduhr. „Sie müsste jeden Augenblick hier sein.“

„Lena?“, fragte ich. „Sie kommt auch gleich?“

„Ich konnte ja nicht ahnen, dass du so lange bei mir hocken bleibst.“

„Ach“, machte ich und lehnte mich zurück. „Es war gar kein ernsthaftes Date geplant?“

„Nein, eigentlich nicht.“

„Und was willst du dann hier?“

„Eigentlich“, sagte sie stockend, „habe ich bloß eine Wette verloren. Weißt du, ich verliere sämtliche Wetten. Ich weiß auch nicht, weshalb ich mich immer wieder darauf einlasse. Ich …“

„Ich bin also das Opfer einer Wette?“, unterbrach ich sie. „Eine Laune irgendwelcher durchgeknallten Weiber?“

„Na ja“, sagte sie mit dem vergeblichen Versuch, eine Unschuldsmiene aufzusetzen. „Wie gesagt: die meisten sind nach spätestens fünf Minuten wieder weg.“ Sie sah mich lächelnd an. „Wieso nicht du?“

Ich lachte laut und klatschte in die Hände. „Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß noch nicht einmal, weshalb ich mich auf diesen Internetblödsinn eingelassen habe.“

 

Kapitel 1: Wie alles begann

Ich stand mit verschränkten Armen angelehnt im Rahmen der Schlafzimmertür und betrachtete Bettina. Sie hatte mir den Rücken zugedreht und beugte sich über ihren großen Rollenkoffer, der auf dem Bett lag und sortierte Kleidungsstücke hinein. Gedankenverloren betrachtete ich ihr wohlgeformtes Hinterteil. Sie war mit sich beschäftigt und registrierte meine Anwesenheit gar nicht.

„Habe ich alles?“ Sie kaute auf ihrem Fingernagel herum, schaute noch einmal in den Kleiderschrank, dessen Türen weit offen standen und wühlte die Kleidungsstücke hin und her, öffnete noch einmal alle Schubladen und schob sie wieder zu, ohne etwas herauszuholen. Als sie sich umdrehte und mich bemerkte, blieb sie kurz stehen und schob sich dann an mir vorbei.

„Ich glaube, ich habe noch ein paar Sachen im Bad“, murmelte sie.

Ich sah ihr hinterher und atmete tief durch.

Hoffentlich ist das alles bald vorbei, dachte ich.

 

Ich hasste Trennungen, hasste die gemeinsamen Dinge aufzuteilen und hasste es Abschied zu nehmen. Bettina und ich waren fünf Jahre lang ein Paar gewesen, zwar mit getrennten Wohnungen, aber dennoch fast jeden Tag und jede Nacht zusammen. Meine Freunde hatten immer wieder gemault, dass ich keine Zeit für sie hatte, nur sporadisch noch beim Fußballtraining erschien, geschweige denn mit den Jungs mal ein Bier trinken ging. Obwohl Bettina und ich so viel Zeit miteinander verbrachten, hatten wir nie einen Gedanken an eine gemeinsame Wohnung verschwendet oder gar über Hochzeit oder Kinder geredet. Im Laufe der Zeit schien uns alles selbstverständlich zu sein und die gemeinsame Zeit vollends zu genügen. Dachte ich jedenfalls. Umso mehr traf es mich, als Bettina erstmals von Veränderungen sprach, dass sie etwas erleben und nicht jeden Abend mit mir vorm Fernseher sitzen wollte, nur um immer wieder Filme anzusehen, die wir schon kannten. Ich dagegen fand es ganz gemütlich. Nach und nach blieb sie fern, traf sich mit Freundinnen und ließ mich die DVD´s abends alleine gucken. Der Not gehorchend ging ich wieder regelmäßig zum Fußballtraining und traf mich meinerseits mit meinen Freunden. Erst jetzt bemerkte ich, dass Bettina und ich uns voneinander entfernt und immer weniger Interesse an gemeinsamen Unternehmungen hatten. Da ich kein Freund von Entscheidungen war, wartete ich, bis Bettina sie mir letztendlich abgenommen und verkündet hatte, dass sie sich trennen wollte. Meine Gegenwehr war sehr überschaubar und ich sah ihr an, dass es sie einerseits irritierte, andererseits aber auch wütend gemacht hatte.

 

Sie kam aus dem Bad, sah mich kurz an und schob sich an mir vorbei ins Schlafzimmer.

„Da war nichts mehr von mir“, sagte sie mehr zu sich selbst als zu mir, beugte sich über ihren Koffer, was mir wieder einen Blick auf ihr sehenswertes Hinterteil bescherte.

„Kannst du mir mal helfen?“, fragte sie ohne sich umzudrehen. „Ich kriege das Scheißding nicht zu.“

Ich stemmte mich auf den Koffer und zog den Reisverschluss zu, hievte ihn vom Bett und stellte ihn auf den Boden.

„Danke“, murmelte sind und sah mich an. „Tja, das war´s dann wohl.“

Ich nickte. „Ja, scheint so.“

Sie sah zu Boden. „Dann mach ich mich mal auf den Weg.“

Ich sah sie an. In diesem Moment spürte ich eine tiefe Wehmut, hätte sie am liebsten in die Arme genommen und fest an mich gedrückt. Stattdessen schluckte ich einen dicken Kloß hinunter.

„Mach´s gut.“, flüsterte sie.

„Pass auf dich auf“, antwortete ich leise und sah an ihr vorbei.

„Ja, mach ich.“

Sie zog ihren Koffer hinter sich her und verließ die Wohnung ohne sich noch einmal umzudrehen. Ich starrte die inzwischen verschlossene Wohnungstür an, so als erwartete ich, dass sie sich jederzeit wieder öffnen und Bettina hereinspazieren würde. Einfach so, als sei nichts gewesen. Doch nichts dergleichen geschah. Plötzlich schien es mir unendlich still in der Wohnung zu sein. Eine Stille, mit der ich in diesem Moment nicht umgehen konnte. Ich ging ins Wohnzimmer und schaltetet den Fernseher an, nur um diese Stille nicht aushalten zu müssen.